J. M. Bechstein

J.M. Bechstein

JOHANN MATTHÄUS BECHSTEIN, Pastell von JOHANN PHILLIP BACH, um 1805 © Meininger Museen

11. Juli 1757 in Waltershausen bei Gotha im Herzogtum Sachsen-Gotha als älteste Sohn des Huf- und Waffenschmiedes Andreas Bechstein geboren

1767 Besuch des Gymnasium Ernestinum in Gotha

1778 – 1781 Besuch der Universität Jena: Zunächst studierte er auf Wunsch des Vaters Theologie und Philosophie, alsbald zusätzlich Fremdsprachen und Kameralistik. Die Kameralistik befasste sich mit der Finanz-, Wirtschafts- und Verwaltungslehre unter den feudalabsolutistischen deutschen Staaten. Aufgrund der großen Bedeutung für die öffentlichen Finanzen kam er hier mit dem Forstwesen in Berührung. Dies wiederum führte ihn zu den Naturwissenschaften. Zu diesen entwickelte der angehende Theologe eine besondere Neigung. Nach dem Studium wurde er Wanderprediger in seiner näheren Heimat.

1785 – 1795 Lehrtätigkeit in Schnepfenthal bei Waltershausen. Hier hatte ein Jahr zuvor Christoph Gotthilf Salzmann seine philanthropistische Erziehungsanstalt gegründet. Bechstein lehrte hier Mathematik, Zoologie, Botanik und Feldvermessung. Ab 1793 erteilte er forstlichen Unterricht. In dieser Zeit erschienen seine ersten naturwissenschaftlichen Abhandlungen und Übersetzungen. Die an der Schule lebhaft aufgenommen Ideen der französischen Revolution von 1789 machten Schnepfenthal zu einem Zentrum der Aufklärung.

1790 Heirat mit Auguste Carsten. Im gleichen Jahr Ernennung zum Gräflich Schaumburg-Lippischen Bergrat.

1792 Geburt seines Sohnes Eduard

1795 Eröffnung seiner Lehranstalt für Forst- und Jagdkunde in Waltershausen bei Gotha. Es war die erste forstliche Lehranstalt ihrer Art auf thüringischem Territorium.

1799 Schließung der Schule wegen fehlendem Interesse von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha sowie dessen Kammer am Gothaischen Hofe.

1799 Ernennung zum Forstrat durch Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen. 1800 wurde Bechstein von Georg I. mit der Direktion der neu gegründeten Forstschule in Dreißigacker bei Meiningen beauftragt.

1801 Eröffnung der Forstschule, 1803 Erhebung zur Forstakademie

1806 Die Universität Erlangen verleiht Bechstein den Grad eines Doktors der Philosophie und Magisters der freien Künste

1810 Adoption seines Neffen Ludwig Bechstein. Dieser schrieb 1855 eine Biographie über seinen Stiefvater. Er war Archivar am Meininger Hofe und Begründer des Hennebergischen altertumsforschenden Vereins, des heutigen Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins e.V.

23. Februar 1822 in Dreißigacker bei Meiningen gestorben. Er ist gemeinsam mit seiner Frau Auguste und Sohn Eduard auf dem Dorffriedhof Dreißigacker begraben.