Bewerbung 18

Die Dehnamühle bietet ideale Bedingungen für die Kleinen Hufeisennasen. Neben der Ungestörtheit im alten Kuhstall und dem wärmegetönten Klima der Region ist hier vor allem die Anbindung an die Jagdgebiete durch Leitstrukturen auffällig.

Familie Hubert Gleichmann, Eichenberg für die Umsetzung des Projektes „Sanierung eines bedeutenden Hufeisennasen-Quartiers sowie diverse Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen im Umfeld der Wochenstube“


 

Ort der Umsetzung: Eichenberg (Saale-Holzland-Kreis)

Von der Maßnahme geförderte Arten: Kleine Hufeisennase

Projektpartner: Freundeskreis Natur und Geschichte im Dehnatal e.V.

Finanziert durch: Fördermittel und Eigenmittel in Höhe von 10.000 €

Projektbeschreibung: Die Dehnamühle ist eine alte Mahl- und Schneidemühle. Angeschlossen an den Betrieb war ein Landwirtschaftsunternehmen. Die Mühle ist jetzt seit ca. 80 Jahren außer Betrieb, die Landwirtschaft wurde 1960 von der hiesigen LPG übernommen. Fast alle Gebäude außer dem Wohnhaus waren seit Jahrzehnten leerstehend und mittlerweile baufällig.

Der alte Kuhstall wurde gesichert, neue Einflüge und Quartiere wurden geschaffen.

Mit der Übernahme des Anwesens im Jahre 2001 inklusive Zuzugs aus der Großstadt durch meine Familie wurde zunächst ein Abrissplan erstellt, zu dem auch das relativ große Gebäude des ehemaligen Kuhstalls inklusive Heuboden gehörte. Dass sich hier die Kleine Hufeisennase eine Wochenstube eingerichtet hatte, wurde uns dann vom NABU Jena mitgeteilt. Die Besonderheit des Gebäudes besteht im Vorhandensein unterschiedlicher Temperarturzonen im Gebäude, die sich auch in den Sommermonaten als relativ stabil erwiesen Der Abriss wurde somit sofort verworfen und die Sanierung begann Stufe für Stufe.

2015/2016 wurde das alte Stallgebäude saniert. Zusätzlich wurden nordwärts Einflüge aus Holz geschaffen, westwärts wurden neue Läden angebaut, um das Innere dunkel zu halten und Zugluft zu vermeiden. Die Dachrinne wurde erneuert und die einsturzgefährdeten Zwischendecke aus Beton abgestützt.  Des Weiteren wurden erste Maßnahmen geschaffen, die die Ausbreitung des Sommerquartiers auf andere Gebäude begünstigen. Auch konnten Schutzmaßnahmen vor Mardern und Waschbären umgesetzt werden.

Seit 2015 arbeitet der Verein stetig an der Erweiterung des Strukturreichtums im unmittelbaren Umfeld um die Wochenstube.

Heute ist das Gebäude durch viele Investitionen und eigene Leistungen wieder stabil und auch ansehnlich.

Sonstige Angaben: Mit den beschriebenen Maßnahmen, weitgehend in den Wintermonaten umgesetzt, wurde die Kinderstube der Kleinen Hufeisennase erhalten. Die vom NABU ermittelten Bestandsdaten an gebärenden Muttertieren gehen kontinuierlich nach oben. Der Bestand an adulten Hufeisennasen ist in den Jahren von 20 auf ca. 50 Stück gestiegen. Mit der Eingliederung des Projektes in die Arbeit des „Freundeskreises Natur und Geschichte im Dehnatal e.V.“ wird eine langfristige Kontinuität in der Erhaltung des Quartieres erreicht. Heute haben wir um die Dehnamühle eine naturnahe Zone geschaffen, die dem Erhalt von seltenen Tierarten dient. Neben einer Teichregion mit vielen Schilf- und Sumpfzonen, sind Schutzregionen für die Brutstätten von Eisvögeln entstanden als auch Laichtümpel für die Krötenwanderungen, die hier jährlich zu beobachten ist. Auch den Ansprüchen der Kleinen Hufeisennase kommt dieses strukturreichen Habitat entgegen.

Weitere Informationen finden Sie hier.