Bewerbung 16

Mit Kürzeln vermerkten die Ehrenamtler auf dem Foto die Einflüge der Fledermäuse (F), Mauersegler (M) und Sperlinge (S) in das abzureißende Gebäude.

Ronny Füldner, Alexander Claußen, Christiane Balkau, Eckhard Roth, Interessengemeinschaft Vogel- und Fledermausschutz und Forschung Eisenach e.V. für die Umsetzung des Projektes „Projekt Seebach – Kompensatorische Maßnahmen für Fledermäuse nach Gebäudeabriss“


 

Ort der Umsetzung: Seebach (Wartburgkreis)

Von der Maßnahme geförderte Arten: Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Rauhautfledermaus

Projektpartner: Untere Naturschutzbehörde Wartburgkreis

Finanziert durch: Die Kästen u. deren Anbringung wurden durch die Gemeinde finanziert; alle anderen Arbeiten waren Eigenleistungen des Vereins (1250 €)

Zwei Fledermauskästen und 24 Mauerseglerkästen wurden am Carport des gemeindeeigenen Bauhofs angebracht.

Projektbeschreibung: Im Frühjahr 2014 erfuhr Ronny Füldner vom Vorhaben der Wohnungsverwaltung Seebach (WVS), ein Plattenbau-Gebäude voraussichtlich im Winter 2014/2015 abzureißen. Da ihm an diesem ehemaligen Wohnhaus diverse Vorkommen von Tieren besonders geschützter Arten (Fortpflanzung- und Ruhestätten) bekannt waren, erfasste er ehrenamtlich mit den o.g. Helfern im Frühjahr die genauen Fledermausvorkommen (Einflüge der Tiere und Rufauswertung) und im Sommer die genauen Vorkommen der Mauersegler und Sperlinge (Einflüge) am Gebäude. Die Ergebnisse fasste der Verein in einem Kurzbericht, in dem auch die erforderlichen Ersatzmaßnahmen dargestellt werden. Die Rufauswertung der Fledermausdaten ergab Zwerg-, Mücken und Rauhautfledermaus. Den Bericht ließ er Anfang August der WVS und der UNB zukommen. Die Interessengemeinschaft wies hierbei auf die artenschutzrechtlichen Verbote hin und bat beide Institutionen, miteinander Kontakt aufzunehmen, um rechtzeitig über die Notwendigkeit einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung und über mögliche Ersatzmaßnahmen für die verlorengehenden Quartiere zu sprechen. WVS und UNB stimmten sich dann im Herbst 2014 ab.Das Gebäude konnte dann gemäß den Auflagen vor dem 28.02.2015 abgerissen werden. Sämtliche kompensatorische Maßnahmen sind erfüllt worden!

Ein Fledermauskasten fand seinen Platz an der ehemaligen Umformerstation.

Sonstige Angaben: Die UNB schlägt die Interessengemeinschaft für den Bechstein-Preis vor, weil das Projekt „Seebach“ sinnbildlich für die gute, intensive und langjährige Zusammenarbeit zwischen Fledermausschützern und Behörde steht; außerdem konnte der Vorhabensträger über die bloße Erfüllung von Auflagen hinaus zu einer gedeihlichen Kooperation bewegt werden. Dies ist der Beharrlichkeit und Unermüdlichkeit („steter Tropfen höhlt den Stein“) der Interessengemeinschaft zu verdanken, die seit vielen Jahren mit einer ganzen Reihe von Einzelprojekten wertvollste Naturschutzarbeit in der Region leistet. Dieses Wirken hat dazu beigetragen, eine ganze Branche (Wohnungsverwaltungen, Architekten etc.) in der Region für den Schutz von gebäudebewohnenden Arten zu sensibilisieren.

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