Bewerbung 08

Familie Richter vor Ihrem Wohnhaus in Langenorla.

Familie Karl-Heinz Richter, Langenorla für die Umsetzung des Projektes „Erhalt und Optimierung eines bedeutenden Quartiers der Kleinen Hufeisennase auf dem Dachboden unseres Wohnhauses“


 

Ort der Umsetzung: Langenorla, Saale-Orla-Kreis

Von der Maßnahme geförderte Arten: Kleine Hufeisennase

Projektpartner: Privatpersonen

Finanziert durch: Eigenmittel (2200 €)

Projektbeschreibung: Unsere Geschichte begann 1981. Das Haus war noch im Rohbau und schon hatten wir die ersten Mieter auf dem Dachboden. Es waren Kleine Hufeisennasen. Neben uns hatte die Schule auf ihrem Dachboden Wohnungen ausgebaut und die kleinen Tiere hatten keine Kinderstube mehr. Ich wollte eben die Luke mit einer Tür zumachen da bemerkte ich die ersten Tiere.

Der abgeteilte Dachboden. Die hintere Hälfte gehört komplett den Kleinen Hufeisennasen.

Im Prinzip stand damals die Entscheidung im Raum die Einflugluke ganz zuzumachen oder den Boden abteilen. Da wir mit der Natur Leben haben wir uns für die Hufeisennasen entschieden. Die Kleinen Hufeisennasen haben diese Teilung sehr gut angenommen. Der Bestand hat sich sogar erhöht, weil wir ihnen die warme Seite nach Süden mit der durch den Boden gehenden Esse unserer Holzheizung gegeben haben. Wir haben auch noch eine Glastür eingebaut durch die man sie am Tage gut beobachten kann. Mit dieser Maßnahme haben wir auf unseren Boden etwas Platz und die Fledermäuse auch.

Die von uns durchgeführten Maßnahmen zur Optimierung des Quartiers haben sich über 4 Jahre hingezogen. 2013-2014 habe ich den oberen Teil (Spitzboden) gemacht. Als wir oben abgeteilt hatten, haben sich die Fledermäuse dann mehr den unteren Boden mit der Ein- und Ausflugluke zu eigen gemacht. So führten wir dann 2015-2016 Maßnahmen im unteren Boden durch. Zwischen den Dachsparren hatten wir Dämmmaterial aus DDR-Zeiten. Der Fledermauskot ließ sich darauf schlecht wegmachen. Das Papier war auch schon etwas durchgeweicht. Aus dem Grund habe ich die gesamte Dachschräge neu isoliert und mit Holzplatten verschlagen. Darauf kann ich Wellpappe legen die ich dann jedes Jahr gut wechseln kann.

Die Kleinen Hufeisennasen an ihrem ganz privaten Hangplatz.

 

Sonstige Angaben: Es wurden von Jahr zu Jahr immer mehr Kleine Hufeisennasen. Waren es 1982 ca. 15 Tiere so sind es 2016 schon 220 Tiere. Da es eine Wochenstube ist, also eine Gesellschaft in der die Jungtiere geboren und großgezogen werden, kann man hochrechnen wie viele schon geboren wurden. Ich schätze ca. 1500-2000. Es ist die größte Kinderstube in Thüringen. Auf unserem Dachboden mit Anbau haben sie auch die besten Bedingungen zur Fortpflanzung. Es entsteht keine Zugluft und durch den Boden geht unsere Holzheizungsesse die auch bei kühlen Sommertagen warm ist. Für uns ist es aber eben auch mit hohen Einsatz verbunden, das Quartier jährlich im Herbst zu reinigen und zu erhalten.