Bewerbung 06

Neben den Kontrollen der bekannten Quartiere hat die Überprüfung von Altquartieren einen hohen Stellenwert.

Sielmanns Natur-Ranger, Jena für die Umsetzung des Projektes „Jenaer Ranger mit Kopf, Herz und Hand für Hufi und Co“


 

Ort der Umsetzung: Jena, Saale-Holzland-Kreis, Mellingen

Von der Maßnahme geförderte Arten: Kleine Hufeisennase, Mausohr, Mops sowie Braunes Langohr, Wasser- und Zwergfledermaus

Projektpartner: Kirchgemeinde Kahla-Altenberga, Gemeinde Altenberga, IFT e.V., HSS, FDU Jena-Stadt & SHK, NABU, Jenaer Stadtwerke, Privatpersonen u.a.

Finanziert durch: Fördermittel Jenaer Stadtwerke, der HSS, Eigenmittel (ca. 1400 €)

Die Kotberäumung ist zeitintensiv und mühsam. Besonders die Mausohren fordern den Ehrenamtlern ganz schön was ab.

Projektbeschreibung: Im Zuge unserer vielfältigen Tätigkeiten für die Fledermäuse spielen Reparaturarbeiten / Kotberäumungen in bestimmten Quartieren jedes Jahr eine große Rolle. Stets sind wir bemüht, für hygienische Verhältnisse in den von uns betreuten Quartieren Sorge zu tragen. Jeweils einmal im Jahr reinigen wir in den Monaten Oktober/November die Quartiere. In der Kirche Kahla „St. Margarethen“ ist es erforderlich, zusätzlich zur Großreinigung zum Jahresabschluss auch zwischenzeitliche Treppenreinigung im Kirchturm unweit der Hangplätze der Gr. Mausohren zu tätigen, denn die sich ansammelnden Kotmassen sind erheblich (ca. 800 Tiere!!!) und ein gutes Einvernehmen mit dem Pfarrer und dem Vorstand der Kirchgemeinde ist zu bewahren. Kleinere Reparaturarbeiten in den betreuten Objekten werden von uns getätigt und finanziell gesichert.

Über die 03641-335153 bzw. naturranger-jena@gmx.de / Horst.Ertel@fmthuer.de ist unser „Fledermaus-Sorgentelefon“ erreichbar. Uns erreichten die letzten zwei Jahre eine Vielzahl an Anrufen und E-Mails zur Fledermausthematik, und das nicht nur von vor Ort, so von besorgten Bürgern, die uns zu verletzten bzw. in Not geratenen Fledermäusen informierten und uns um Hilfe anfragten, von Bürgern, die uns zu Fledermausbegegnungen/ Fledermausvorkommen informierten, von Bürgern, die sich Informationen einholten wollten zum Umgang/artgerechten Schutz von Fledermausvorkommen. Mehrfach in den Herbstmonaten 2015 und 2016 wurden wir um Unterstützung gebeten, um zumeist Zwergfledermäuse einzufangen, die in Wohn- bzw. Geschäftsbereiche eingedrungen waren. Auch zu verletzten Fledermäusen wurden wir informiert, die im Einzelfall zunächst einem Tierarzt vorgestellt wurden und anschließend von uns in nachfolgende Pflege bis zur Auswilderung genommen wurden.

Die enorme Menge an beräumtem Kot wird genutzt: Fledermausguano ist ein wertvoller Dünger.

Besonders bedeutsam ist die Kenntnis um einstige Quartiervorkommen. Leider gibt es nur noch wenige „Fledermäusler/innen“ mit diesem Hintergrundwissen. Mit unserem Dr. Cord Gottschalk bietet sich auch für uns eine einmalige Gelegenheit, einstige Fledermaushangplätze/Quartiere vor Ort auf Fledermausspuren/-vorkommen zu erkunden. Schwerpunkt setzten wir in Jena-Stadt und Saale-Holzland-Kreis auf Bestätigung von Spuren/Vorkommen der Kleinen Hufeisennase sowie natürlich auf Fledermausnachweise aller Arten. Gemeinsame Erkundungsgänge führten uns in das „Alte Gut“ von Jena-Zwätzen (Kl. Hufeisennase), Kirche Graitschen (Gr. Mausohr), Mühle Nausitz (Kl. Hufeisennase, Gr. Mausohr, Zwergfledermaus), Taupadel, Schöngleina, Kirche Mennewitz (Bartfledermaus), Gehöfte in Schlöben (Kl. Hufeisennase, Gröben (Bürgernachweis: Graues Langohr), Lotschen/Podelsatz (Mühle / Kl. Hufeisennase und weitere). Dieser Wissensschatz von einstigen Hangplätzen/Quartieren gilt es zu bewahren, Kontakte zu den noch verbliebenen „Quartiereltern“ zu pflegen.

Im LSG „Pennickental/Fürstenbrunnen“ und „Tautenburger Forst“ konnten von uns Jenaer Naturrangern Spaltenquartierkästen als zusätzliche Hangplätze angebracht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.