Bewerbung 15

Verschiedene Einflüge und Spaltenquartiere bieten gebäudebewohnenden Fledermäusen Quartier.

Evang.-Luth. Kirchgemeinde Walldorf/Werra für die Umsetzung des Projektes „Biotopkirche Walldorf – Wiederaufbau mit Quartierschaffung“


 

Ort der Umsetzung: Walldorf/Werra (Schmalkalden-Meiningen)

Von der Maßnahme geförderte Arten: Graues Langohr, Braunes Langohr, spaltenbewohnende Arten wie Zwergfledermaus und Bartfledermäuse, Großes Mausohr, Kleine Hufeisennase, ggf. weitere Arten

Projektpartner: Großes, verzahntes Planer-  und Fachplanerteam mit teilweise langjährigen Erfahrungen

Finanziert durch: Mittel für den Wiederaufbau (Versicherung und zahlreiche Spenden). Die Kästen im Kirchturm wurden von der Stiftung FLEDERMAUS als Sachspende zur Verfügung gestellt. Die Kosten lassen sich nicht genau beziffern, da die Fledermausschutzmaßnahmen in den Wiederaufbau der Kirche und die Sanierung der Kirchenburg integriert sind. Zu den Kosten für die handwerklichen Leistungen kamen noch zusätzliche Planungskosten (Architekt und die ökologische Baubegleitung).

Der Einbau von Hotboxen im Dachstuhl sorgen für wärmebegünstigte Hangplätze unter dem Dach.

Projektbeschreibung: Die Kirche auf der Kirchburg in Walldorf/Werra beherbergte u.a. eine Kolonie Grauer Langohren. Am 03. April 2012 zerstörte ein verheerender Brand die Kirche bis auf die Mauern. Aus der lichterloh brennenden Kirche retteten sich circa 20 Fledermäuse, die während der Löscharbeiten aus dem Turm ausflogen. Deswegen war es uns von Anfang an Anliegen und Verpflichtung beim Wiederaufbau auch Lebensraum für die Mitgeschöpfe, wie Fledermäuse, Vögel und Bienen, zu schaffen (Biotopkirche).

In jedem Bauabschnitt führen wir den Wiederaufbau so aus, dass gleich auch Lebensräume für Fledermäuse entstehen. 2015 und 2016 konnten folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  • Der neue Dachstuhl wurde für Fledermäuse zugänglich gemacht                              (Einflugöffnungen).
  • Im neuen Dachstuhl wurden zwei Hotboxen (wärmebegünstigte Hangplätze im First) eingebaut.
  • In die verschieferten Fassaden der Giebel wurden vier Hangplätze für spaltenbewohnende Fledermausarten integriert.
  • Zwischen zwei Turm-Etagen wurde eine Falltür so gestaltet, dass der Durchflug für Fledermäuse ständig gewährleistet ist (kein versehentliches Einsperren von Tieren möglich).
  • Vorhandene Winterquartiere wurden erhalten und gesichert, so dass die Fledermäuse störungsfrei über den Winter kommen.

    Die Beleuchtung von Turm und Dachboden ist so konstruiert, dass diese nach einer bestimmten Zeit immer von selbst ausgeht (Treppenlichtschaltung), so dass nicht versehentlich das Licht dauerhaft brennt und die Fledermäuse am Ausfliegen hindert.

  • Bei der Sanierung des Mauerwerkes an der Außenfassade von Kirchturm und Kirchenschiff wurden vorhandene Spalten erhalten und neue Versteckmöglichkeiten geschaffen.
  • Bei der Sanierung des Mauerwerkes der Burgmauer wurden vorhandene Spalten erhalten und neue Versteckmöglichkeiten geschaffen.
  • Zwei vorhandene Fledermaus-Winterquartiere in Kellern der Kirchenburg werden weiterhin erhalten und bekamen neue, fledermausgerechte Türen bzw. Tore. In den Wintermonaten der Bauzeit wurde und wird stets darauf geachtet, dass es keine Störungen gibt/gab. Der Fledermausbestand hat sich hier auch während der Bauphase positiv entwickelt.

Weitere Informationen finden Sie hier.